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Idioten sind überall gleich

Warnhinweis:

Der folgende Artikel enthält satirische Elemente. Nicht-Berücksichtigung dieser Warnung kann zur Unterstellung von zynischen oder herablassenden Anschauungen führen. Tianjin Times übernimmt dafür keine Verantwortung.

 

Für einen großen Teil der Studenten steht demnächst der Abschied von der Uni an.

Wenn man bedenkt, wie reglementiert das Leben hier ist und dass die Lebensbedingungen der Studis nicht grade luxuriös sind (selbst nach chinesischem Standard) würde man erwarten, dass sie sich freuen, in die Freiheit entlassen zu werden. Zumal Absolventen der Tianjin University leicht einen Job finden.

Aber sie haben Angst vor dem Berufsleben oder erwarten jedenfalls, dass es schrecklich wird. Grund: "Die komplexe chinesische Gesellschaft". Die Arbeitswelt wäre nirgends so schlimm wie in China.

Wir reden jetzt aber nicht von Fabrikarbeitern, für die es keinen Schutz beim Umgang mit giftigen Substanzen gibt oder so etwas. Nein, wir reden von Akademikern, Ingenieuren, die Bürojobs bei angesehenen Firmen beginnen werden.

"Was wird denn so schlimm?" frage ich. Und rechne mit den Sachen, die mir hier zu schaffen machen, nämlich dass man sich nicht mit den Kollegen austauschen kann. Aber was sie dann so erzählen, klingt genau wie in Europa oder in den US: Die Kollegen sind Konkurrenten, man darf nicht wirklich kreativ arbeiten ("Here in China, we only copy." "What do you copy?" "Everything, just everything."...), als Uni-Absolvent ist man erstmal ein ganz kleines Licht und dem Chef darf man nie widersprechen.

Kommt mir alles sehr bekannt vor... 

Hat aber bisher noch keinen aufgemuntert, dass das in meinem Arbeitsleben im aus der Ferne bewunderten Deutschland bisher auch nicht anders war. 

 

Heute habe ich zufällig einen Artikel in der China Daily entdeckt, der das Verhalten der Chefs bzw. das karrierefördernde Manager-Sprech beschreibt.

Ich hatte mal einen Kollegen, der diese Inhalte schon verinnerlicht hatte, nur ohne die chinesischen Sätze. Hätten ihm in Deutschland ja auch nix genutzt...

Daraus folgt ein grundlegendes Theorem der vergleichenden interkulturellen Arbeitsorganisationslehre (mein privates Forschungsgebiet hier):

Idioten sind überall gleich.

 

Vielleicht ist es in China tatsächlich schlimmer als im Rest der Welt. Ich wünsche es meinen Freunden hier nicht. Aber für den  "Wirtschaftsstandort Deutschland" wäre das die Rettung vor einem ansonsten durch schiere Masse und den damit verbundenen Impuls bald in jeder Hinsicht überlegenen China als Exportnation.

Bleiben also nur drei Fragen: Fühlt man sich tatsächlich besser, wenn man denkt, es wäre nur im eigenen Umfeld so und überall sonst besser?

Und wenn ja, ist das dann ein weiterer Beweis für oben formuliertes Theorem? Denn die Kollegen in Deutschland wollten auch nie hören, dass es woanders genauso ist.

Und wenn ja, ist das dann noch ein weiterer Beweis? Denn ich habe ja offensichtlich auch nix dazu gelernt...

 

20.5.13 09:38
 


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